Nachdem mein Camera-Rig nun mehr fast fertig ist, gibt’s hier ein paar Details zu dem guten Stück. Der Cage ist von Proaim - ein günstiger Nachbau eines relativ teuren Cages. keine deutsche Qualitätsarbeit, aber es funktioniert und kostet nur 1/3 vom Original. Der Cage ist kombiniert mit einer Basisplatte von Chrosziel, auf der die Kamera montiert ist (Made in Germany – das merkt man).

Für Follow-Focus-Systeme kann man ja Geld ausgeben bis übermorgen. Als Sparefroh habe ich hier bei indiSYSTEM zugelangt und nur $149 gezahlt. Zwar nicht ganz so exakt wie die ARRI-Systeme (um den zehnfachen Preis), aber es tut seinen Job.

Die Matte-Box ist wie der Cage aus dem Haus Proaim. Sie wird direkt an den 15mm-Rods montiert und hat Adapter für verschiedene Objektivdurchmesser, dazu Frontplatten für 4:3 (man weiß ja nie) und 16:9 und natürlich French Flags (links/rechts/oben).

Aufgrund leidiger Erfahrungen mit Mikrofonkabeln habe ich mich für ein Sennheiser Wireless System entschieden. Dies besteht aus einem Aufstecksender für Handmikrofone (z.B. AKG C1000 oder Shure Sm58), einem Ansteckmikro mit Taschensender (unsichtbar in der Tasche tragbar, zB bei gesetzten Interviews) und einem Empfänger, der auf dem Kameraschuh der 5D MarkII montiert wird. Sehr feines System, funktioniert problemlos. Wichtig: Wenn mehrere Kamerateams vor Ort sind, sollte man checken, ob eh verschiedene Frequenzen benutzt werden (sonst wird’s lustig). In vielen Locations hat die Haustechnik auch oft so ein System, da sollte man auch vorher den Techniker fragen. Wie gesagt: VORHER (ja, ich spreche aus Erfahrung).

Für den zweiten Kanal habe ich ein Rode NTG-3 direkt am Cage montiert (natürlich mittels Aufhängung entkoppelt, damit nicht jede Berührung am Cage aufgenommen wird). Der (selbstgelötete) XLR-Winkelstecker ist äußerst praktisch und spart Platz nach hinten.

Beide Mikros laufen in einen Beachteck Mixer, der wiederum einen summierten Ausgang (ganz wichtig: Mic-Level!!) zur Kamera hat. Für jeden Kanal kann ich den Pegel regeln und ggf. 48V-Phantomspannung dazuschalten. Einen Kopfhörerausgang zum Mithören (ganz wichtig!) gibt’s natürlich auch. Tipp: Leistungsstarke Akkus verwenden und immer (IMMER!) Ersatzakkus dabei haben. Zur Not (wenn keine Saft mehr da ist) kann man den Sennheiser Empfänger auch direkt an die Kamera anschließen.

Um auch sauber Schärfeziehen zu können, ist am Mini-HDMI-Ausgang der Kamera ein Monitor von smallHD angeschlossen. Dieser wird über zwei Canon-Akkus (praktischerweise die gleichen wie bei der Kamera selbst; es gibt aber auch Adapter für zig andere Systeme) mit Strom versorgt und bietet neben der netten Auflösung von 1280×800 zahlreiche praktische Helferleins (Focus-Assist, False-Colors, etc.). Unbedingt den aufclipbaren Displayschutz (kostet nur ein paar $) dazu bestellen.

Für Interviews ist ein Kopflicht ganz praktisch. Derzeit verwende ich ein Noname-20$-Hongkong-LED-Licht von Amazon, dies wird aber bald upgegraded.

Die blauen Mini-Ballheads bei Kopflicht, Mikro und Monitor sind von Novoflex (zweimal dieser und einmal dieser) und äußerst praktisch und robust. Das ganze Rig kann mit zwei Griffen und einer Schulterstütze (nicht im Bild, können aber einfach an die Rods gesteckt werden) auf der Schulter getragen (leicht ist’s aber nicht) oder natürlich auf einem Stativ (in meinem Fall Manfrotto 509HD, 545GBK) montiert werden: