Schreibstehtisch

Als fleißiger Medienarbeiter verbringt man ja bekanntlich einen Großteil der Arbeitszeit vor dem Bildschirm. Meistens sitzenderweise. Das kann sogar tödlich sein – wohl nicht sofort, aber auf die Dauer kann etwas Abwechslung nicht schaden. Von IKEA gibt es seit nicht allzu langer Zeit einen höhenverstellbaren Schreibtisch, der sowohl für sitzende (siehe oben) als auch für stehende Workaholics geeignet. Für meine 183cm Körpergröße passt die maximale Höhe perfekt.

DOKA-Ikea Schreibtisch

Die Höhenverstellung erfolgt nicht wie bei den teuren Bene-Tischen über ein Gasliftsystem, sondern elektrisch über eine kleine “Schaltzentrale”, die an einem beliebigen Platz unter dem Tisch angebracht werden kann. Somit braucht der Schreibtisch einen Stromanschluss (der aber ohnehin für Computer & Co notwendig ist). Bei Stromausfall muss man sich bei ausgefahrenem Tisch übrigens keine Sorgen machen – der Tisch bewegt sich nicht nach unten, wenn er vom Stromnetz getrennt wird.

Der “Knubbel” rechts ist im Übrigen der “Schlüssel”, ohne den die Höhenverstellung nicht funktioniert. Falls ein frecher Kollege denselbigen einmal “fladert” (Wienerisch für “sich unrechtmäßig aneignet”), ist man aber keineswegs für alle Ewigkeit an dieselbe Sitz- bzw. Stehposition gebunden. Einerseits gibt es zwei “Schlüssel”, andererseits ist das Schloss sehr simpel: eine 3,5mm Klinkenbuchse. Somit tut es jeder Kopfhörerstecker auch 🙂

DOKA-Ikea Schreibtisch

Das Kabel zum Stromanschluss wurde mittels Kabelbindern am Tischbein festgemacht. Wichtig ist hier, dass dies bei ausgefahrenem Tisch erfolgt (sonst ist das Kabel zu kurz!). Um den Anschein eines aufgeräumten Büros zu unterstützen, empfiehlt sich die Montage eines unterwärts angebrachten Kabeltunnels. Kost’ nix und bringt viel.

DOKA-Ikea Schreibtisch

Noch ein Wort zu der DOKA-Platte: Diese habe ich mir anfangs eingebildet, weil gelb und cool und ein-bisschen-DIY. Zwischen Schreibtisch-Fotoshooting und Veröffentlichung dieses Beitrags wurde ich aber von verschiedenen Seiten darauf hingewiesen, dass diese Platten (die ja in der Schalungstechnik am Bau verwendet werden, um flüssigen Beton in Form zu halten) sehr stark mit verschiedensten Chemikalien behandelt sind und jahrelang “dampfen” (EDIT: Siehe unten dazu die Stellungnahme von DOKA in den Kommentaren!), was sich noch schlechter auf die Gesundheit auswirken kann als (wie oben erwähnt) zu langes Sitzen. Somit sei von dieser Lösung dringend abgeraten. Statt der gelben Platte wird nun eine Glasplatte montiert.

Btw: Braucht jemand eine 120x80cm große DOKA-Platte? 😉

Datum: 4. September 2013

7 Kommentare

Günter Friedrich
September 11, 2013 1:07 pm

Hi Chris,

ich finde deinen Schreibtisch ziemlich cool.
Bezüglich des von dir erwähnten jahrelangen “Dampfen” kann ich dich beruhigen. Zusammenfassend kann ich Folgendes sagen:
Unsere Schalungsplatte besteht nur aus natürlich gewachsenem Holz, Harz (als Klebstoff) und Farbe – also aus keinen giftigen Chemikalien! 😉

Jetzt fragst du dich wahrscheinlich, warum ich so gut informiert bin? Na ja, ich arbeite als Produktmanager bei Doka und kenne daher das Produkt sehr gut.

Österreich hat – ähnlich wie Deutschland und Schweden – ein strenges Formaldehydgesetz (BGBI Nr. 194/1990 „Formaldehydverordnung“), welches die maximale Formaldehydabgabe von Holzwerkstoffen regelt. Die „Doka-Platte“ (in diesem Fall Schalungsplatte 3-SO bzw. 3-S eco) erfüllt die Anforderungen dieser Formaldehydverordnung, die übrigens beispielsweise auch für alle anderen Möbelplatten gilt.
Bleibt nur noch die gelbe Farbe der Oberflächen: Dabei handelt es sich um eine Lebensmittelfarbe, die nichts mit giftigen Holzschutzmitteln zu tun hat.
Für andere Anwendungen als Schalungszwecke empfehlen wir die Schalungsplatten jedoch nicht, weil sie eben für Schalungszwecke optimiert ist. Bei Innenanwendung wird die Qualität und das Aussehen der Schalungsplatte spätestens in der nächsten Heizsaison leiden und Risse bekommen und sich möglicherweise auch etwas verziehen – das liegt vor allem daran, dass sie speziell für die „feuchteren“ Bedingungen auf der Baustelle designt wurde.

Der Austausch der Schalungsplatte gegen eine Glasplatte ist vielleicht tatsächlich eine gute Idee. Ich würde nur nochmals prüfen, ob die Mechanik für das hohe Gewicht der Glasplatte ausgelegt ist. 😉

Günter

Christian Lendl
September 13, 2013 1:49 pm

Lieber Günter, vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Ich bin schon am Überlegen, was ich mit der Platte sonst anstellen kann 🙂

Liebe Grüße,
Christian

Height-adjustable desk | dChris.net
September 13, 2013 10:39 pm

[…] stuff and nasty fumes escape for a very long time (EDIT: An DOKA employee commented on the German version of this article and explained that the plates are not treated with chemicals). So I strongly recommend using a […]

barbara
September 14, 2013 9:08 am

mir gefällt das gelb! (und bei glas würd ich mich ständig nur anhauen 😉 )

Felix Degeler
November 28, 2013 1:20 pm

Glaub ich sofort! Hatte als Kind auch einen Schreibttisch der ”mitgewachsen” ist, nun leider nicht mehr. Den Gedankenanstoß werd ich mir aber notieren 😉

Marco
November 14, 2014 6:45 pm

Hi,

wo bekommst du denn die Beine her? Leider führt der Link nur auf die IKEA Schreibtischseite…

Viele Grüße
Marco

Christian Lendl
Februar 22, 2015 2:33 pm

Hi Marco,
die Beine gibt es auch bei IKEA. Auf der Website gibt es nur die kompletten Schreibtische, aber direkt vor Ort kann man auch nur den Unterbau (ohne Tischplatte) kaufen.

lg,
Christian

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Christian Lendl
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Ich bin Fotograf und Filmemacher und blogge zu den Themen DIY, Video/ Audio und Motorräder. Ausgewählte Fotos finden sich auf meinem  Fotoblog und auf Instagram, meine multimedialen Dienstleistungen sind auf meinem Portfolio zu finden.

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